Krankmacher im Eigenheim

08.04.2014

Eine aktuelle WHO-Studie zeigt: Mehr Todesfälle durch Innenraumluft als Außenluft-Verschmutzung

 
Vor kurzem veröffentlichte die Weltgesundheitsorganisation (WHO)  aktuelle Daten zur weltweiten Luftverschmutzung. Das erschreckende Ergebnis: Rund sieben Millionen Menschen sterben infolge der weltweiten Luftverschmutzung. Bei genauerer Betrachtung wird klar: Mehr als die Hälfte (!), nämlich rund 4,3 Millionen, sind auf verschmutzte Luft in Innenräumen zurückzuführen.

Gesundheitsrisiko Luft

„Wir wissen seit Jahren, dass Luft das weltweit größte Gesundheitsrisiko darstellt, aber die aktuellen Zahlen der WHO zeigen die Dramatik der Situation. Keine Naturkatastrophe der Welt kostet so viele Leben, wie die Verschmutzung der Luft“, so Thomas Schlatte, Sprecher der unabhängigen Plattform MeineRaumluft.at.

Auch wenn sich die Außenluft der europäischen Industriestaaten durch gezielte Maßnahmen in den letzten Jahren etwas verbessert hat, ist das Problem nicht verschwunden, denn: In Österreich hat sich das Problem von der Außenluft auf die Innenluft übertragen.

Während laut WHO in den  Entwicklungs- und Schwellenländer Südostasiens und der Westpazifikregion die Problematik innerhalb von Gebäuden vor allem durch Kochen am offenen Feuer sowie durch Kohle- und Holzöfen entsteht, sind die europäischen Innenräume durch Schadstoffe anderer Natur belastet. So setzen unserer Gesundheit in Innenräumen hauptsächlich Feinstaub, Schimmel, Bioaerosole und insbesondere flüchtige organische Verbindungen (VOC).
Durch die Belastung mit beispielsweise VOC in der Innenraumluft können Menschen dauerhaft erkranken. Am häufigsten davon betroffen sind Kinder, ältere und sensible Menschen. Die Symptome wie Kopfschmerzen, Allergien, Müdigkeit, Leistungsminderung, Schlafstörungen und Reizungen der Atemwege werden unter dem Begriff „Sick-Building-Syndrom“ zusammengefasst. Das Krankheitsbild ist international verbindlich durch die WHO definiert.

Bewusstseinsbildung gefragt

„In  Österreich sind wir mit anderen Raumluftproblemen als in Entwicklungs- und Schwellenländer konfrontiert, die Problematik der Innenraumluft-Verschmutzung und deren Auswirkung auf unsere Gesundheit ist nicht zu unterschätzen. Immerhin verbringen wir in den westlichen Industriestaaten  bis zu 90 % in Innenräumen und die Qualität der Luft ist oft dort deutlich schlechter als die Außenluft. Unsere Auswertungsdaten aus über 1.000 Schulklassen und hunderten Büroräumen Österreichs in den vergangenen Jahren haben dies bestätigt“, so Schlatte.

Wichtig sei zu verstehen, dass nicht Panik oder Verunsicherung, sondern Bewusstseinsbildung und gezielte Maßnahmen angebracht seien. Ein in Europa einzigartiger Schritt, um auf das Thema aufmerksam zu machen war u. a. der von der Plattform initiierte und von namhaften Unternehmen aus Wirtschaft und Wissenschaft unterzeichnete österreichweite Raumluft-Appell.


Die WHO im Web: www.who.int
MeineRaumluft.at im Web: www.meineraumluft.at


Fotocredit: © MeineRaumluft.at

Bildtext: Mag. Thomas Schlatte, Plattformsprecher MeineRaumluft.at
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